Ludgerischule Billerbeck
     Kath. Grundschule

„Tod darf kein Tabuthema sein“

Ludgeri-Grundschüler kommen während einer Projektwoche spielerisch mit ernsten Fragen in Kontakt

 

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Billerbeck. Sterben und Tod. Das waren bislang Themen, mit denen die vier Freundinnen keine Berührungspunkte hatten. Deshalb ist es auch der Film „Wie ist das mit dem Tod?“ der Kinderreihe „Willi will’s wissen“, der die Viertklässlerinnen besonders zum Nachdenken bringt. „Ich wusste gar nicht, wie tief so ein Grab ist“, sagt Maya. Sie und ihre Freundinnen haben zuvor noch nie einen toten Menschen gesehen. „Ich fand es beeindruckend, dass die Angehörigen den Toten einfach so angefasst haben“, sagt ihre Freundin Stella.

In Zusammenarbeit mit der Hospizgruppe hat die Ludgeri-Grundschule erstmals für die Viertklässler (Klassen 4A und 4B) eine Projektwoche unter dem Motto „Hospiz macht Schule“ veranstaltet. Mitarbeiter der Hospizgruppe erarbeiteten mit den Kindern in Kleingruppen verschiedene Themen. Jeden Tag ein anderes. „Der Tod darf kein Tabuthema sein“, sagt Christa Gundt von der Hospizgruppe. Ängste würden erst durch die Fantasie ausgelöst. Durch sachliches Wissen werde der Angst kein Raum gegeben.

Und das wird den Kindern in der Projektwoche auf spielerische und kreative Weise vermittelt. Während einer Pantomime sollen die Kinder beispielsweise erraten, welche Gefühle ihre Mitschüler ausdrücken. In einem Gespräch mit einem Arzt und einer Krankenschwester haben die Schüler die Möglichkeit, mehr über unter Umständen Tod bringende Krankheiten wie Herzinfarkte zu erfahren.

Cornelia Rottmann von der Hospizgruppe ist begeistert, wie offen die Kinder gegenüber ernsten Themen sind. Auch Schulleiter Alexander Kahlert sieht das Pilotprojekt als eine sehr gewinnbringende Aktion für die ganze Schule. Ob es im kommenden Jahr eine Wiederholung geben wird, kann er jetzt noch nicht sagen. „Wir lassen erst einmal die Erfahrungen sacken und beraten uns zu einem späteren Zeitpunkt mit allen Beteiligten“.

Und hier noch einige Zitate aus der Projektwoche:

„Wir müssen alle sterben. Denn wenn es zu viele Menschen auf der Welt gibt, gibt es irgendwann keinen Platz mehr“ (Lucie).

„Zu unserem Auftrag als Lehrer gehört es, die Schüler auf das Leben vorzubereiten. Dazu gehört auch der Umgang mit dem Tod“ (Schulleiter Alexander Kahlert).

„Als ich den Toten gesehen habe, hatte ich so ein Kribbeln im Bauch“ (Marie).

„Ich fand an der Projektwoche gut, dass wir keine Hausaufgaben hatten“ (Tom).

„Obwohl die Themen ernst waren, haben wir auch gelacht und gesungen“ (Christa Gundt).

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