Ludgerischule Billerbeck
     Kath. Grundschule

Kinder unterstützen Polizisten als Messpaten beim Blitzmarathon

Blitzmarathon 2014-09

 

Billerbeck. (Von Stephanie Dircks, BA). Ein bisschen Herzklopfen hat sie, doch Lucie nimmt all ihren Mut zusammen. Mit einer grünen Karte geht sie zum Auto, das zuvor von Polizist Ralf Düesmann aus dem Verkehr gewunken wurde. „Ich bin die Lucie. Heute ist Blitzmarathon. Wir haben Sie gerade gemessen. Sie sind 45 km/h gefahren. Ich möchte mich dafür bedanken, dass Sie so langsam gefahren sind“, sagt das junge Mädchen und überreicht dem Fahrer das grüne Kärtchen. Puh, geschafft. Die Viertklässlerin der Ludgeri-Grundschule hat einen echten Polizisten-Job übernommen.

 

Im Rahmen des Blitzmarathons darf sie gestern Morgen – zusammen mit ihren Klassenkameraden Judith, Henrike und Constantin aus der 4b – als Messpatin die Polizisten unterstützen. Die Kinder verteilen rote Karten für Tempo-Sünder und grüne Karten für Fahrer, die sich an die Geschwindigkeit halten. Ihr Einsatzort: der Hagen an der Fußgängerampel direkt am Ludgeri-Grundschulgebäude. 50 km/h sind hier erlaubt.

In Absprache mit der Schule hat sich die Polizei entschieden, in diesem Bereich zu blitzen. „Hier wird oft zu schnell gefahren“, so Düesmann, der Verkehrssicherheitsberater bei der Kreispolizeibehörde Coesfeld ist. Er führt in der Domstadt auch die Verkehrserziehung durch. „Es ist für mich also ein Heimspiel“, so Düesmann. Vor der Blitz-Aktion hat er sich mit den Kindern zusammengesetzt, mit ihnen besprochen, wie sie sich verhalten sollen. Düesmann: „Um ihnen den Druck zu nehmen.“ Es gehe bei dieser Aktion nicht darum, Autofahrer zu bestrafen, sondern um Nachhaltigkeit. Die Autofahrer sollen nicht nur am gestrigen Tag angepasst fahren, sondern an allen anderen Tagen auch. Schließlich ist der Hagen an dieser Stelle ein sensibler Bereich. Wird er doch von zahlreichen Schülern als Schulweg genutzt.

Dann wird auch schon das nächste Auto mit der Polizei-Kelle aus dem Verkehr gewunken. Dieses Mal ist Constantin an der Reihe und übergibt der Fahrerin eine Karte. Eine grüne. Und sie freut sich. „Ich finde die Aktion sinnvoll. Gerade auf dieser Straße wird viel zu schnell gefahren“, sagt Jana Hütt. Was ihr als erstes durch den Kopf gegangen ist, als sie raus gewunken wurde? „Dass ich zu schnell war“, sagt die junge Fahrerin, die sich umso mehr über die grüne Karte freut. Kurze Zeit später muss der nächste Wagen anhalten. Eigentlich soll dem Fahrer auch eine grüne Karte überreicht werden, allerdings ist er nicht angeschnallt. Also gibt es keine. Stattdessen muss der Mann Führerschein und Fahrzeugschein vorzeigen. Währenddessen wird ein weiteres Fahrzeug angehalten. „Wie viel hat er?, fragt Düesmann laut. „47“, rufen die Kinder im Chor. Also bekommt auch dieser Autofahrer eine grüne Karte überreicht. Im Wagen sitzt Uwe Raeker: „Ich halte mich an die Geschwindigkeit.“ Schließlich sei er von Berufswegen Fahrer und lege im Jahr zwischen 70 000 und 80 000 Kilometer zurück. „Morgens sind hier viele Kinder unterwegs. Da muss man aufpassen und vorsichtig fahren“, so der Billerbecker.

Eine Stunde lang haben die Kinder mit Ralf Düesmann und seinen Kollegen Klaus Sczepanski und Jürgen Malchus die Geschwindigkeit kontrolliert. Ein Highlight: Die Kinder dürfen selbst am Messgerät Hand anlegen „Es hat richtig Spaß gemacht“, findet Lucie. „Am Anfang hatte ich Herzklopfen. Man will den Autofahrern ja auch nichts Falsches sagen.“ Und auch die Polizisten sind zufrieden. „Selbstverständlich“, betont Düesmann, der sich darüber freut, dass keine rote Karte verteilt werden musste. „Erfreulich ist, dass die zugelassene Höchstgeschwindigkeit von den allermeisten Verkehrsteilnehmern weitestgehend unterschritten wurde.“